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Anschreiben schreiben: Aufbau, Inhalt und Beispiele

Ein leeres Textfeld und die Stellenanzeige daneben – für die meisten Bewerbungen beginnt hier der schwierigste Teil. Das Anschreiben soll in wenigen Absätzen zeigen, warum du zur Stelle passt, ohne den Lebenslauf noch einmal zu erzählen. Dieser Ratgeber zeigt dir den Aufbau, der in Deutschland erwartet wird, und wie du Inhalte findest, die wirklich zur ausgeschriebenen Stelle passen statt austauschbar zu klingen.

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Der Aufbau: eine Seite, drei Teile

Ein deutsches Anschreiben passt auf eine A4-Seite. Das sind in der Praxis rund 250 bis 400 Wörter – genug Platz für drei klar getrennte Teile, aber nicht mehr.

Jeder Teil hat eine eigene Aufgabe: Der Einstieg weckt Interesse, der Hauptteil liefert die Argumente, der Schluss rundet ab. Wer diese Reihenfolge durcheinanderbringt oder einen Teil auf Kosten der anderen aufbläht, verliert die Aufmerksamkeit der Person, die das Anschreiben liest.

Der Einstieg: ohne Floskeln direkt zur Sache

„Hiermit bewerbe ich mich auf die ausgeschriebene Stelle als …“ ist der Satz, den Personalabteilungen am häufigsten lesen – und am wenigsten mögen. Er sagt nichts aus, was nicht schon aus der Betreffzeile hervorgeht.

Stattdessen lohnt sich ein Einstieg, der konkret an der Stelle oder am Unternehmen ansetzt: eine Beobachtung aus der Stellenanzeige, ein Bezug zu einem aktuellen Projekt des Unternehmens, oder direkt die Verbindung zwischen deiner bisherigen Erfahrung und der ausgeschriebenen Position. Zwei bis drei Sätze reichen dafür aus.

Der Hauptteil: Belege statt Eigenlob

Hier entscheidet sich das Anschreiben. Wer schreibt, er sei „teamfähig, belastbar und motiviert“, behauptet etwas, das jede Bewerbung behaupten kann und das niemand nachprüft.

Wirksamer ist der Abgleich mit der Stellenanzeige: Welche zwei oder drei Anforderungen tauchen dort am häufigsten oder am weitesten oben auf? Zu genau diesen Punkten liefert der Hauptteil ein konkretes Beispiel aus deinem bisherigen Werdegang – eine Aufgabe, die du übernommen hast, ein Ergebnis, das messbar oder zumindest nachvollziehbar ist.

Der Lebenslauf nennt, was du gemacht hast; das Anschreiben erklärt, warum das für diese Stelle relevant ist. Diese Arbeitsteilung ist der Kern eines guten Anschreibens – und der Grund, warum es sich nicht einfach aus dem Lebenslauf zusammenkopieren lässt.

Der Schluss: kurz, klar, verbindlich

Der letzte Absatz muss nicht viel leisten: Verfügbarkeit nennen (ab wann, ggf. Kündigungsfrist), bei Bedarf eine Gehaltsvorstellung angeben, wenn die Stellenanzeige danach fragt, und mit einer Grußformel schließen.

Ein Satz zur Freude auf ein Gespräch ist üblich, muss aber nicht überladen werden. Wichtig ist, dass der Schluss keine neuen Themen aufmacht, die im Hauptteil fehlen.

Warum ein Textbaustein nicht funktioniert

Ein Anschreiben, das unverändert für mehrere Stellen verschickt wird, fällt in der Regel auf – die Formulierungen bleiben austauschbar, weil sie zu keiner konkreten Anforderung passen.

Der Hauptteil sollte darum bei jeder Bewerbung neu geprüft werden: Passen die genannten Beispiele noch zu den wichtigsten Anforderungen dieser Stellenanzeige, oder wurden sie nur aus der letzten Bewerbung übernommen? Diese fünf Minuten Abgleich entscheiden oft darüber, ob ein Anschreiben generisch wirkt oder gezielt.

Häufige Fragen

Muss ein Anschreiben wirklich sein, wenn ich schon einen Lebenslauf habe?

Viele Unternehmen verlangen es weiterhin, vor allem bei klassischen Bewerbungsverfahren. Wo es optional ist, lohnt es sich meist trotzdem – es ist der einzige Ort in der Bewerbung, an dem du in eigenen Worten begründest, warum du zur Stelle passt.

Wie lang darf ein Anschreiben maximal sein?

Eine A4-Seite gilt als Obergrenze, in der Praxis meist 250 bis 400 Wörter. Alles darüber wird häufig nur noch überflogen statt gelesen.

Was, wenn ich keine passende Berufserfahrung habe?

Dann lassen sich vergleichbare Situationen aus Praktika, Studium, Ausbildung oder Nebentätigkeiten heranziehen. Entscheidend ist nicht der exakte Titel der Position, sondern ob die beschriebene Aufgabe zu den Anforderungen der Stelle passt.

Sollte ich das Anschreiben per KI generieren lassen?

Ein Anschreiben, das komplett automatisiert und ohne Bezug zur konkreten Stelle entsteht, ist an generischen Formulierungen oft erkennbar. Sinnvoller ist ein Werkzeug, das deine echten Angaben und die Stellenanzeige verarbeitet und daraus einen individuellen Text formuliert, den du noch anpasst.

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